T H A I L A N D   
 

 

 Architektur

Thailands Sakralarchitektur umspannt einen Zeitraum von über elf Jahrhunderten. Der Erhaltungszustand hängt vom Baumaterial ab. So vermitteln die hinduistisch-buddhistischen Steintempel der Khmer, falls restauriert, einen recht kompletten Eindruck. Von den Wihan und Bot der buddhistischen Tempel von Sukhothai und Ayuttaya zeugen in der Regel nur Fundamente und Steinsäulen, dafür stehen noch einige Chedi und Mondop. Viele eindrucksvolle Tempel belegen die Baukunst der späten Lanna- und Rattanakosin-Zeit.

 
 Khmer 9. bis 13. Jahrhundert

Die Khmer bauten in Nordthailand Tempelkomplexe, Prasat, aus Stein. Darin führen meist von steinernen Naga, mythischen Schlangen, gesäumte Treppen und Brücken zum Hauptheiligtum. Dieses zieren Steinreliefs, die hinduistische Mythen illustrieren. Überragt wird es von einem Turm, dem Prang. Die bedeutensten Heiligtümer sind Prasat Hin Khao Phnom Rung und Prasat Hin Phimai. 

 
 Sukhothai Mitte 13. bis 15. Jahrhundert

In den Städten Sukhotai und Si Sattchanalai vollzog die Thai Baukunst ihre sprunghafteste Entwicklung. Unter König Si Intharathit und seinen Nachfolgern entstanden inmitten verfallener Khmer-Heiligtümer Bot und Wihan als Schreine für Buddha-Bildnisse sowie glockenförmige Chedi nach dem Vorbild Ceylonesischer Reliquientürme. Teil mancher neuer Tempelkomplexe, so des Wat Mahathat war der zeittypische Lotosknospen-Chedi.

 
 Ayutthaya Mitte 14. bis Ende 18. Jahrhundert

Die Baumeister von Ayutthaya veränderten behutsam Vorbilder wie die Khmer-Prang und die Ceylonesischen Chedi. Ihre Tempel zeigen Dekor wie kunstvolle Hang Hong und Ziergiebel über Fenster und Türen. Wenige Bot und Wihan überstanden Ayutthayas Brandschatzung durch die Birmanen 1767 - eine Ausnahme bildet der Wat Na Phra Men.

 
 Lanna Mitte 13. bis 19. Jahrhundert

Die Sakralbauten des Reiches Lanna im Norden waren von Dvaravati-Stil, später von Indischen, der Ceylonesischen und der Sukhothai-Architektur beeinflusst. Von Lannas Blütezeit im 14. und 15. Jahrhundert zeugen wenige Relikte. Wat aus dem 18. und 19. Jahrhundert, zu sehen auch in Chiang Mai, weisen oft Holzschnitzereien, vergoldete Hang Hong und Wandmalereien auf.

 
 Rattanakosin Ende 18. Jahrhundert bis Heute

Nach Ayutthayas Zerstörung versuchten die Thai, den Verlust wettzumachen. Die ersten Bot und Wihan der neuen Hauptstadt Bangkok griffen den Ayutthaya-Stil auf; Musterbeispiele dieser Phase des Rattanakosin- oder Bangkok-Stils stehen im Wat Phra Kaeo. Spätere Tempelgebäude fielen grossartiger und raffinierter aus. Tempel des 19. Jahrhunderts wie der Wat Benchamabophit und der Wat Rachabophit lassen auch westliche Elemente erkennen.

 

 

 
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